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1895:
Durch viele Ereignisse der vorangegangenen Jahren, besonders durch
den letzten Großbrand in der Gemeinde, beim Wirtschaftsgebäude "Fuchshofer"
in Schmelzhütte, beschloss die Bevölkerung zur Selbsthilfe zu greifen
und einen "Verein" zu gründen, wo die freiwilligen Helfer
jederzeit und unentgeltlich zusammenkommen sollten, um den nächsten in
seinen Not zu helfen. So
wurden am Beginn des Jahres 1895 die dafür notwendigen Vereinsstatuten
ausgearbeitet und dem K.K. Landespräsidium durch den Bürgermeister von
Viktring, Herrn Leopold Ritter von Moro, übergeben. Am 18. Juni 1895
bescheinigte, bestätigte und genehmigte das Präsidium das Statut.
So
hatte das Jahr 1895 für die Gemeinde Viktring, eine besondere und
wiederum historische Bedeutung, denn als am 14. Juli 1895 einunddreißig
beherzte Männer, alle Besitzer aus Neudorf, Bach, Berg und Schmelzhütte
im Gasthaus "Hoffmann" in der Schmelzhütte, unter Vorsitz des
Verbandsobmanns und Gründers der 1. österr. Freiwilligen Feuerwehr,
Herrn Ferdinand Jergitsch, zur Gründungsversammlung zusammenkamen, war
im Gemeindegebiet von Viktring die erste Freiwillige Feuerwehr
"Stein-Neudorf" geboren.
Gleichzeitig
erfolgt damals auch die Wahl des ersten Feuerwehrhauptmannes Matthias
Kopeinig, vlg. Hoffmann, und seines Stellvertreters Peter Schlager, vlg.
Tschiritsch, aus Neudorf. Anschließend an diesen historischen Tag der
Gründung erfolgte auch die Übergabe der ersten Feuerlöschgeräte von
der Firma Ferdinand Jergitsch an die Feuerwehr.
Ein
Jahr später, am 21. Juni 1896,
wurde der Neubau des "Spritzenhauses" in Neudorf
beschlossen, welches 1902 Erbaut wurde und heute noch
am selben Platz steht und im Jahr 2003
renoviert wurde. So wurden nach und nach, Jahr für Jahr, viele neue
Errungenschaften zum Bestandteil der Feuerwehr, um den damals schon
große Anforderungen und Aufgaben gerecht werden zu können.
Da
es seitens der öffentlichen Hand kaum finanzielle Unterstützung gab
und man bereits damals auf Spenden der Bevölkerung angewiesen war,
freute man sich im Jänner 1896 um so mehr, als auch
die "Kärntner Zeitung" zu berichten wusste, dass seine Majestät,
der Kaiser, der Feuerwehr eine "allerhöchste Spende" aus
seinen Privatmitteln als Unterstützung zukommen ließ.
In
dieser Zeit wurde das erste Löschfahrzeug angeschafft. Endlich hatte
die Feuerwehr ihr "zu Hause", und konnte von zentraler Stelle
aus der Dienst versehen werden.
In unserem Ortsgebiet erfolgte die Alarmierung durch das Glockengeläute
der Kirche in Stein, die überdies auch nach dem Schutzpatron der
Feuerwehr, dem Hl. St. Florian, benannt ist. Durch den bestimmten und
eigenen Glockenton gewarnt, griff dann der Hauptmann zu seinem
Feuerwehrsignalhorn und blies wiederum verschiedenste Signale für die
Feuerwehrmänner aus, um diese zu alarmieren. Gleichzeitig wurden die
Pferde zur Bespannung des Spritzenwagens paarweise im Galopp von ihrem
Stall zum Spritzenhaus geritten, und der eigentliche Einsatz begann.
Im
Gemeindegebiet von Viktring gab es ja damals schon viele Besitzungen.
Das Stift Viktring mit der darin untergebrachten Tuchfabrik der Gebrüder
Moro trug wesentlich dazu bei, dass die Bevölkerung und die Wohnobjekte
anwuchsen. Da zu diesem Zeitpunkt bereits ca. 800 Leute in der
Tuchfabrik Beschäftigung fanden und der Betrieb ständig größer
wurde, war es an der Zeit, an eine Betriebsfeuerwehr zu denken.
1875
war das Gründungsjahr der Freiwilligen Fabriksfeuerwehr der Gebrüder
Moro in Viktring. Durch die Verwendung von leicht brennbaren
Materialien, wie Walkstoffe und Wolle, kam es im Bereich der Fabrik
immer wieder zu Bränden. Deshalb war es oft der Fall, dass bei größeren
Einsätzen auch die Feuerwehr von Stein-Neudorf zur Brandbekämpfung
ausrücken musste.

1924
ging aus der damaligen Betriebsfeuerwehr der Tuchfabrik Moro die
Freiwillige Feuerwehr Viktring hervor, die als Filialfeuerwehr dem
Kommando der Ortsfeuerwehr Stein/Neudorf unterstand. Zum Filialleiter
der Wache wurde Valentin Abraham gewählt. 1926 war es
dann soweit: Valentin Abraham, Steigerleitmann, zugleich Filialleiter
der Wache Viktring, konnte am 15. August 1926 zur Spritzenhaus-Einweihung
und anschließend zum großen Volksfest eingeladen.
Im Jahre 1969 wurden nach einem Gemeinderatsbeschluss
die Feuerwehren Stein-Neudorf und die Feuerwehr Viktring zusammengelegt
- und daraus entstand die Feuerwehr "Viktring-Stein/Neudorf.
Im
Juni 1970 kam es zum lang ersehnten Spatenstich, anlässlich
der Errichtung eines großen modernen Feuerwehrrüsthauses in Stein,
welcher im Beisein des damaligen Bürgermeisters von Viktring, Herrn
Josef Pollessnig, den Gemeinderäten Feuerwehrkameraden erfolgte.
1973 erfolgte die Eingemeindung von Viktring zu
Klagenfurt. Es war für den damaligen Kommandanten Horst Pretol nicht
immer einfach, die bis dahin selbstständige Stützpunktfeuerwehr in das
Gesamtkonzept der anderen neun Feuerwehren und der Berufsfeuerwehr
einzugliedern. Seine außergewöhnliche Tatkraft und Erfahrung sowie
sein unermüdlicher persönlicher Einsatz trugen wesentlich dazu bei,
dass es der Wache gelang, innerhalb kürzester Zeit einen hohen
Stellenwert im gesamten Feuerwehrbezirk einzunehmen.

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